Zehn Jahre Baugeschehen zur Sanierung unseres Gemeindezentrums „Anna-Hospital“ von 2001 bis 2011

10.05.2011, 01:56 von Fabian Grafe

Zehn Jahre Baugeschehen im „Anna-Hospital“ sind Anlass für einen zusammenfassenden Rückblick. Im Laufe der Jahre haben sich viele Helfer auf vielfältige Weise engagiert. Es ist unmöglich, alle aufzuzählen, dies allein würde zwei Seiten füllen.
Stellvertretend sei hier das Ehepaar Borchard genannt mit ihrem unermüdlichen Einsatz, der Erfahrung als Architekten und der Weitsicht, mit der sie immer das Ganze vor Augen hatten. Allen an dieser Stelle noch einmal recht herzlich Dank!
Gemeinsam können wir stolz und dankbar sein für das Erreichte und dafür, dass wir durchgehalten haben. Gott segne dieses Haus!

Der Anfang im Jahr 2001
Im Jahr 2001 beginnt die Geschichte der Schloßkirchengemeinde im Anna-Hospital. In diesem Jahr wurde das ehemalige Pfarrhaus der Schloßkirchengemeinde in der Franz-Mehring-Straße aufgegeben und es musste ein neuer Ort für das Gemeindebüro gefunden werden. Seit längerem liefen Kaufverhandlungen mit der Stiftung Anna-
Hospital über den Erwerb des Haupthauses. Damit sollte der Standort für die Diakonie-Sozialstation gesichert werden und durch eine gemeinsame Nutzung des Gebäudes eine engere Verbindung zur Gemeinde entstehen. Aber die Kaufverhandlungen zogen sich hin, deshalb wurde vorab mit der Stiftung eine Vereinbarung getroffen: Für das
Gemeindebüro durfte ein Raum links neben dem Haupteingang auf eigene Kosten und auf eigenes Risiko hergerichtet werden. Dies waren die ersten Bauarbeiten der Schloßkirchengemeinde im Anna-Hospital.

Der Kauf des Hauptgebäudes vom Anna-Hospital im Jahr 2003
Bis 2003 zogen sich die zähen Kaufverhandlungen. Wertvolle Kraft wurde immer wieder in neue Planungen, Finanzierungsberechnungen und die Prüfung von Alternativen gesteckt. Eine zermürbende Zeit, in der uns die Vision von einem lebendigen Gemeindezentrum mit unterschiedlichen Nutzungen und viel Gottvertrauen getragen haben. Im Sommer 2003 war es dann soweit, die Stiftung stimmte unserem Gebot von 150.000 € zu. Die Aufnahme eines Darlehns war inzwischen vorbereitet und so kam es zum 1. September 2003 zum Übergang von Nutzen und Lasten.

2003 / 2004 - Nutzungskonzept und Bauplanung
Da es zwischenzeitlich zu einem Pastorenwechsel und zu Veränderungen im Kirchgemeinderat gekommen war, mussten zunächst das Nutzungskonzept für das Gebäude, die Raumaufteilung und die Bauplanung neu beraten werden. Ein mit allen Seiten - insbesondere mit der Denkmalbehörde - abgestimmter Bauantrag wurde 2004 genehmigt.
Das ANNA-HOSPITAL wurde 1883 als Kinderkrankenhaus erbaut und bis 1994 als solches genutzt. Zu DDR-Zeiten war in das Haus nicht viel investiert worden, so schrie es zwischen Keller und Dach nach Erneuerung. Das Bauvolumen wurde auf rund 1. Mio Euro geschätzt. Da Mittel in dieser Höhe nicht verfügbar waren, musste die Sache in Etappen angegangen werden.

2004 / 2005 – Bauarbeiten im Keller, neue Heizung und neue Nutzungen
Als erstes sollte für die Jugend der bisherige Röntgenraum im Untergeschoß hergerichtet werden. Angesteckt vom Eifer der Jugendlichen, die nicht nur tatkräftig anfassten, sondern auch mit einem Basar versuchten, finanzielle Mittel aufzubringen, halfen Gemeindeglieder und es konnten Fördermittel eingeworben werden. Es entstanden der Jugendraum, ein Raum für die Kinderbetreuung „Rappelkiste“, WCs und eine Teeküche.
Außerdem wurde im Keller ein Hausanschlussraum geschaffen und der viel zu teure Gemeinschaftsanschluss durch eine kostengünstige Heizungsanlage mit Solarunterstützung (siehe auch 2006/2007) ersetzt.
Im Erdgeschoss wurde durch den Einbau von zwei Flurabschlusstüren der Südflügel der Diakonie-Sozialstation und der Nordflügel der Gemeinde zugeordnet und es entstand ein großzügiger Eingangsbereich. Parallel dazu gab es die geniale Idee, vier bereits Anfang der 90er Jahre renovierte ehemalige Krankenzimmer mit Nasszelle im Obergeschoß des Südflügels als Appartements an Studierende der Design Schule zu vermieten. Eine Gemeinschaftsküche wurde eingerichtet, ein separater Zugang war über eine Wendeltreppe gegeben, die eigentlich als Fluchtweg diente. Zwei weitere Räume im Obergeschoß mietete der Hospiz-Verein. Ein Raum konnte für das Schattentheater genutzt werden und ein weiterer Raum als Baubüro.

2006 / 2007 / 2008 – Gemeindesaal - Außenmauer und Gartenanlage - Fertigstellung Untergeschoss – Solarthermieanlage - Eingangshalle
2006 sollte im Erdgeschoss das Herzstück des Gemeindezentrums, ein großer Saal in der Mitte des Gebäudes (ursprünglich der zentrale Kinderschlafraum) wieder hergestellt werden und damit auch die Symmetrie des denkmalgeschützten Gebäudes.
Dazu wurde eine Holzfachwerkwand ausgebaut, die Wände renoviert, die Decke etwas abgehängt sowie mit einer umlaufenden Schattenfuge versehen, der Fußboden erneuert und große Flügeltüren eingebaut, die eine Nutzung zusammen mit den benachbarten Räume möglich macht, mit einer Gesamtfläche von ca. 100 m2.
Parallel dazu wurde an den Außenanlagen gearbeitet. Teile der Außenmauer zur Straße waren eingestürzt und es
bestand Handlungsbedarf, zudem gab es eine Fördermöglichkeit mit 85%. Die Mauer wurde denkmalgerecht wieder aufgebaut unter Schonung von drei Flügelnussbäumen, die unter Naturschutz stehen. Da die großen Ahornbäume („Wildwuchs“) mit ihren Wurzeln die Mauer beschädigt hatten, mussten diese gefällt und die Gartenanlage neu gestaltet werden. Nach historischem Vorbild wurden Wege, eine große Rasenfläche und Rosenrabatten angelegt und außerdem ein Sandkasten für die Rappelkiste gebaut. Die sehr steile steinerne Gartentreppe wurde durch eine Metallkonstruktion ersetzt.
Nach und nach ging auch die Sanierung des Untergeschosses weiter. Die Sockelwand zum Garten wurde freigelegt und isoliert. Es entstanden ein Umkleidebereich mit Dusche, zwei WC-Anlagen und Lagerräume für die Diakonie-Sozialstation, sowie ein „Raum der Begegnung“ mit einem kleinen Werkstattraum für das Schattenfiguren-
Theater und einem Besucher-WC. Bei der Gestaltung der Außenanlagen wurde für diesen Kellereingang eine behindertengerechte Rampe gebaut.
Nach vielen Gesprächen mit der Denkmalpflege und der Bauaufsicht durfte in 2007 auch die Solarthermie-Anlage auf dem Dach installiert werden.
Anfang 2008 wurden noch rechtzeitig zur 125-Jahrfeier des Anna-Hospitals die Eingangshalle und die Treppe renoviert und freundlich gestaltet.

2009 / 2010 – Dach und Fassade
Nach gründlicher Beratung durch die Bauaufsicht des Kirchenkreises wurde 2009 ein weiterer wichtiger Bauabschnitt, die Hüllensanierung, in Angriff genommen, um noch auslaufende Fördermittel in Anspruch nehmen zu können. Die Fassade wurde gereinigt, Steine und Fugen ausgebessert, Gesimse mit Blechen neu abgedeckt und neue
wärmegedämmte Holzfenster eingebaut. Der Erker über dem Eingang wurde zurück gebaut und der Wintergarten im 1.OG erneuert. - Optisch blühte das Gebäude auf. Unvorhersehbare, größere Schäden führten jedoch zu höhere Baukosten.

2010 – Kleine Gemeinderäume, Küche und Sanitärbereich
Trotz der prekären Finanzsituation wurden Ende 2010 die letzten Räumlichkeiten im Erdgeschoss fertiggestellt: der kleine Gemeinderaum bzw. Seniorenraum und ein Zwischenraum, die neue Küche (ausgestattet mit einer Einbauküche), zwei geräumige helle WCs - eines auch für Behinderte geeignet und zwei Nebenräume.

Übersicht zu den Baukosten und zur Finanzierung:
Das Bauvolumen beläuft sich bisher auf insgesamt rund 620.000 €. Davon wurden 214.000 € über Fördermittel finanziert. Diese kamen u.a. aus Mitteln der Städtebauförderung, dem europäischen Sozialfond (LOS - Lokales Kapital für soziale Zwecke) und als Mitteln zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes aus dem europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE). Weiterhin erhielten wir Unterstützung von der Landeskirche. Außerdem laufen günstige Kredite über insgesamt 100.000 €. Der Rest wurde durch Eigenleistungen der Gemeinde aufgebracht. Das waren insbesondere die sicheren Mieteinnahmen unseres zuverlässigen Hauptmieters, der Diakonie-Sozialstation, dazu kamen die sonstigen Mieteinnahmen, Spenden (z. B. auch anlässlich von Geburtstagen und durch Benefiz-
konzerte), die Baukollekten, Kirchgeld und günstige Privat-Darlehen sowie der Einsatz von Arbeitskraft. Gute Unterstützung erfuhren wir durch straffällig gewordene Jugendliche, die ihre Sozialstunden bei uns abgeleistet haben. Viele Gemeindeglieder halfen, aber auch Menschen, die nicht zur Gemeinde gehören. Sie ließen sich von
dem Engagement aller für die gute Sache anstecken.

Zusammengestellt nach Berichten in den Gemeindebriefen
Annette Sewing

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Chronik - Artikelübersicht

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18.02.2009, 01:00 von Fabian Grafe

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17.02.2009, 01:00 von Fabian Grafe

Die Sonne hilft heizen

Auf unserem Dach des Anna-Hospitals konnte die geplante Solarthermie-Anlage installiert werden.

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16.02.2009, 01:00 von Fabian Grafe

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Nun wurde es Zeit, dass auch die Eingangshalle vor unserem Gemeindesaal ein ansehnliches Bild erhielt. Termin war die 125-Jahrfeier am 27. und 28. Juni 08. Die mit Rissen überzogenen Wände wurden gespachtelt, mit einem Fliess überklebt und hell gestrichen. Besonders liebevoll wurden die Profile der Decken-Stuckkante herausgearbeitet und die historischen Füllungstüren abgeschliffen und lackiert.

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18.07.2008, 17:48 von Fabian Grafe

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